Logo LUFTFAHRTPORTAL
(Geschätzte Lesezeit: 3 - 5 Minuten)
Flugzeugmodell vor Computer
Deutscher Low Cost Anteil bleibt unter 2019 - Bild: © Angelov/stock.adobe.com

Die gute Nachricht: Der weltweite Luftverkehr lag im Sommer 2025 über dem Vorkrisenniveau. Asien ist dabei die größte Marktregion. Der Anteil von Low-Cost-Flügen am weltweiten Luftverkehr bleibt dabei hoch, entwickelt sich regional jedoch sehr unterschiedlich. Weltweit entfallen rund 31 Prozent des Angebots im Passagierluftverkehr auf das Low-Cost-Segment. Die schlechte Nachrichte: In Europa sind es etwa 36 Prozent, wobei Deutschland mit rund 26 Prozent deutlich unter diesem Durchschnitt liegt. Im rein innerdeutschen Luftverkehr sind es nur noch etwa acht Prozent.

Angebot in Deutschland im Vergleich zur Vor-Pandemie-Zeit spürbar geschrumpft

Die aktuelle und zweite Ausgabe der 2025er Reihe MONITOR Luftverkehr und Low-Cost des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat dies in einer neuen Analyse zusammengefasst:

"Low-Cost ist global ein zentrales Marktsegment im Luftverkehr und gewinnt in Asien und Teilen des Mittleren Ostens stark an Gewicht, während das Angebot in Deutschland im Vergleich zur Vor-Pandemie-Zeit spürbar geschrumpft ist. Mit dem MONITOR Luftverkehr und Low-Cost liefern wir eine Einordnung, die der Wirtschaft und unseren öffentlichen Stakeholdern Orientierung gibt und bei Entscheidungen etwa zu Kapazitäten, Regionalflughäfen und Preisdynamiken unterstützt.“
- Dr.-Ing. Markus Fischer, DLR-Bereichsvorstand Luftfahrt

Der weltweite Passagierluftverkehr erholt sich weiter. 2024 wurden insgesamt rund 4,7 Milliarden Einsteiger gezählt. Im ersten Halbjahr 2025 betrug das Aufkommen rund 2,3 Milliarden Passagiere. Das ist ein Plus von 1,2 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2024. Während die Nachfrage insgesamt wächst, lag das globale Flugaufkommen mit etwa 18,1 Millionen Flügen im ersten Halbjahr 2025 noch 3,2 Prozent unter dem Niveau von 2019.

Der Low Cost Sektor im Mittleren Osten hat in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich zugelegt

Die Starts im Low-Cost-Segment wuchsen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,7 Prozent auf 5,7 Millionen Flüge. Asien und Europa haben sich mit je etwa 36 Prozent Low-Cost-Anteil zu den größten Regionen in diesem Segment entwickelt und Nordamerika überholt. Parallel dazu hat der Low-Cost-Sektor im Mittleren Osten in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich zugelegt. Das Low-Cost-Segment ist weltweit fest etabliert. Zu den 25 international größten Fluggesellschaften im Dezember 2025 gehören sechs Low-Cost-Carrier: Southwest Airlines (USA), Ryanair (Europa), easyJet (Europa), Indigo (Asien), JetBlue Airways (USA) und Azul Brazilian Airlines (Südamerika). Weltweit sind mehr als 100 Fluggesellschaften in diesem Markt aktiv. In Deutschland bieten aktuell zwölf Fluggesellschaften überwiegend Low-Cost-Verbindungen an, in Europa rund 18.

Juliwoche 2025 als Referenz

In der untersuchten Juliwoche 2025 wurden über 70.000 Low-Cost-Flüge in Europa durchgeführt, auf knapp 10.730 unterschiedlichen Strecken in 44 Ländern. Ryanair bot mit knapp 24.700 Starts das größte Angebot, etwa 40 Prozent mehr Abflüge als 2019 und hält rund 35 Prozent Anteil am europäischen Low-Cost-Markt. Auf Länderebene führte Spanien mit über 12.500 Starts auf über 1.400 Verbindungen, Großbritannien folgte mit rund 1.300 Strecken. Auf den weiteren Plätzen nach den angebotenen Flügen folgten Italien und Frankreich. Deutschland lag an fünfter Stelle. Barcelona war mit etwa 2.600 wöchentlichen Starts der größte Low-Cost-Standort Europas.

Der innerdeutsche Low Cost Anteil liegt weiterhin bei nur etwa acht Prozent

In Deutschland zählt die Studie 4.401 Low-Cost-Starts in der beispielhaft betrachteten Juliwoche. Das ist ein Plus von 3,2 Prozent gegenüber 2024, aber immer noch 34 Prozent unter dem Wert von 2019. Eurowings führte mit knapp 2.200 Starts, was einem Zuwachs von rund drei Prozent gegenüber 2024 entspricht, aber noch 30 Prozent unter dem Sommer 2019 liegt. Es folgten Ryanair mit 1.100 Starts und Wizz Air mit 390 Starts pro Woche. Insgesamt wurden ab Deutschland 758 unterschiedliche Strecken bedient. Der Low-Cost-Anteil sank im Vergleichszeitraum von 33 Prozent im Jahr 2019 auf 26 Prozent 2025. Der innerdeutsche Low-Cost-Anteil liegt weiterhin bei nur etwa acht Prozent. Frühere Spitzenwerte reichten bis zu 40 Prozent. Ursachen sind der Rückzug einzelner Anbieter, die Nachwirkungen der Pandemie und strukturelle Marktveränderungen.

Regionaler Flughäfen in Deutschland profitieren

Während der Low Cost Anteil an den großen Drehkreuzen Frankfurt und München unter fünf Prozent liegt, beträgt er an Flughäfen wie Berlin, Düsseldorf, Stuttgart und Köln jeweils über 40 Prozent. An kleineren Flughäfen wie Memmingen (FMM), Weeze (NRN), Frankfurt-Hahn (HHN) und Karlsruhe (FKB) liegt der Anteil sogar bei über 90 Prozent. Berlin war in der betrachteten Juliwoche 2025 mit 855 wöchentlichen Low-Cost-Starts führend, gefolgt von Düsseldorf, Köln, Hamburg und Stuttgart.

Die Abbildung zeigt die Zahl der Low-Cost-Flüge an deutschen Flughäfen
An kleineren Flughäfen in Deutschland liegt der Low Cost Anteil bei über 90 Prozent - Bild: © DLR (CC BY-NC-ND 3.0)

Grenznahe Flughäfen im Ausland stellen für deutsche Reisende in Regionen mit begrenztem Flugangebot eine wichtige Ergänzung für die Mobilität dar. So boten Eindhoven und Basel im Untersuchungszeitraum mehr als 400 Low-Cost-Flüge pro Woche an.

Durchschnittlicher Bruttopreis für ein Ticket liegt zwischen 48 und 113 Euro

Die durchschnittlichen Bruttopreise für einen Low-Cost-Flug im Herbst 2025 variierten je nach Fluggesellschaft zwischen 48 und 113 Euro. Wizz Air bot im Untersuchungszeitraum im deutschen Markt insgesamt die günstigsten durchschnittlichen Bruttopreise an (rund 48 Euro), gefolgt von Ryanair (rund 72 Euro), Eurowings (rund 106 Euro) und easyJet (rund 113 Euro). Die Preise unterlagen dabei erheblichen Schwankungen in Abhängigkeit vom Zeitraum zwischen Buchung und Abflug. Während Flüge mit einer Vorausbuchungsfrist von drei Monaten im Schnitt zwischen 49 und 76 Euro kosteten, waren kurzfristig am Vortag gebuchte Low-Cost-Flüge teilweise mehrfach so teuer und lagen durchschnittlich zwischen 66 und 167 Euro.

...hierzu anmelden oder registrieren

✈️ Wichtige Luftfahrt-News kostenlos per E-Mail

Erhalten Sie regelmäßig Aviation-News, Marktanalysen & exklusive Hintergründe direkt in Ihr Postfach.

✅ Kostenlos   ✅ Jederzeit kündbar   ✅ Kein Spam

Ich akzeptiere die Datenschutzerklärung