LH und Austrian Airlines Tails auf Vorfeld - Foto: luftfahrtportal.de

Die Quartals- bzw. Halbjahreszahlen von Lufthansa Group und von Austrian Airlines färben sich wieder schwarz. Die Lufthansa verzeichnet stark gestiegene Durchschnittserlöse, einen anhaltender Boom bei der Nachfrage nach Flugtickets, die Auslastung in Premium-Klassen sind über dem Niveau von 2019 und konkretisiert den Jahresausblick mit einem Adjusted EBIT von über 500 Millionen Euro. Bei Austrian Airlines bringen starke Buchungseingänge erstmals seit Pandemieausbruch ein leicht positives Ergebnis im zweiten Quartal von 2 Millionen Euro.

Die Ergebnisse der Lufthansa Group im Detail

Der Konzern erwirtschaftete im zweiten Quartal einen operativen Gewinn von 393 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum war das Adjusted EBIT mit -827 Millionen Euro noch deutlich negativ. Die Adjusted EBIT-Marge stieg entsprechend auf 4,6 Prozent (Vorjahr: -25,8 Prozent). Das Konzernergebnis stieg deutlich auf 259 Millionen Euro (Vorjahr: -756 Millionen Euro). Das Unternehmen setzte im zweiten Quartal 8,5 Milliarden Euro um, fast dreimal so viel wie im Vorjahreszeitraum (Vorjahr: 3,2 Milliarden Euro).

Für das erste Halbjahr 2022 verbuchte der Konzern ein Adjusted EBIT von -198 Millionen Euro (Vorjahr: -1,9 Milliarden Euro). Die Adjusted EBIT-Marge lag im ersten Halbjahr bei -1,4 Prozent (Vorjahr: -32,5 Prozent). Der Umsatz stieg im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2021 deutlich an auf 13,8 Milliarden Euro (Vorjahr: 5,8 Milliarden Euro).

Steigende Durchschnittserlöse und hohe Auslastung bei den Passagier-Airlines

Die Zahl der Gäste an Bord der Passagier-Airlines hat sich im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als vervierfacht. Insgesamt begrüßten die Airlines der Lufthansa Group zwischen Januar und Juni 42 Millionen Reisende an Bord (Vorjahr: 10 Millionen). Allein im zweiten Quartal flogen 29 Millionen Passagiere mit den Airlines des Konzerns (Vorjahr: 7 Millionen) Das Unternehmen hat die angebotene Kapazität entsprechend der stetig steigenden Nachfrage im Laufe des ersten Halbjahrs kontinuierlich ausgebaut. Sie lag im ersten Halbjahr 2022 bei durchschnittlich 66 Prozent des Vorkrisenniveaus. Isoliert betrachtet für das zweite Quartal, lag die angebotene Kapazität bei rund 74 Prozent des Vorkrisenniveaus.

Im zweiten Quartal hervorzuheben ist die positive Entwicklung bei den Durchschnittserlösen und Sitzladefaktoren. Die Durchschnittserlöse verbesserten sich im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr deutlich, um durchschnittlich 24 Prozent. Im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 stiegen die Durchschnittserlöse um 10 Prozent. Trotz des gestiegenen Preisniveaus waren die Flüge der Lufthansa Group im zweiten Quartal zu durchschnittlich 80 Prozent ausgelastet. Der Wert ist damit annähernd so hoch, wie vor der Corona-Pandemie (2019: 83 Prozent). In den Premium-Klassen übertraf die Auslastung im zweiten Quartal mit 80 Prozent sogar den Wert von 2019 (2019: 76 Prozent), getrieben von weiterhin hoher Premium-Nachfrage bei Privatreisenden und steigenden Buchungszahlen bei Geschäftsreisenden.

Kosten sind gesunken

Durch kontinuierliches konsequentes Kostenmanagement und die Ausweitung des Flugangebots sanken die Stückkosten bei den Passagier-Airlines im zweiten Quartal um 33 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Sie liegen damit noch 8,5 Prozent über dem Vorkrisenniveau, aufgrund des nach wie vor deutlich reduzierten Angebots. Das Adjusted EBIT der Passagier-Airlines verbesserte sich im zweiten Quartal deutlich auf -86 Millionen Euro (Vorjahr: -1,2 Milliarden Euro). Das Ergebnis wurde dabei zwischen April und Juni von Kosten für Unregelmäßigkeiten im Flugbetrieb in Höhe von 158 Millionen Euro belastet. Im ersten Halbjahr lag das Adjusted EBIT des Passagier-Airlines Segments bei -1,2 Milliarden Euro (Vorjahr: -2,6 Milliarden Euro). Herauszustellen ist das positive Ergebnis von SWISS. Die größte Fluggesellschaft der Schweiz erwirtschaftete im ersten Halbjahr einen operativen Gewinn von 45 Millionen Euro (Vorjahr: -383 Millionen Euro). Im zweiten Quartal lag ihr Adjusted EBIT bei 107 Millionen Euro (Vorjahr: -172 Millionen Euro). SWISS profitierte vor allem von einer starken Buchungsnachfrage in Kombination mit Profitabilitätssteigerungen infolge der vollzogenen Restrukturierung.

Die Ergebnisse von Austrian Airlines im Detail

Die Gesamterlöse im zweiten Quartal 2022 waren mit 502 Millionen Euro fast viermal so hoch wie im Vorjahresquartal (Q2 2021: 136 Mio. Euro). Die Gesamtaufwendungen haben sich im zweiten Jahresquartal aufgrund der gestiegenen Produktion, aber auch aufgrund der hohen Treibstoffkosten etwa verdoppelt und lagen bei 500 Millionen Euro (Q2 2021: 230 Mio. Euro). Das starke Passagierplus und hohe Buchungseingänge für die Sommermonate drücken sich in einem mit 2 Millionen Euro leicht positiven Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Adjusted EBIT) aus – eine deutliche Verbesserung zum negativen Ergebnis im Vorjahr (Q2 2021: -94 Mio. Euro).

Im ersten Halbjahr 2022 sind die Gesamterlöse gegenüber dem Vorjahr um 253 Prozent auf 710 Millionen Euro gestiegen (1. Halbjahr 2021: 201 Mio. Euro) und waren doppelt so hoch wie im ersten Halbjahr 2020, in das der Beginn der Pandemie fiel (363 Mio. Euro). Zu diesem Ergebnis hat insbesondere die gute Entwicklung der Durchschnittserlöse pro Passagierkilometer beigetragen (+8,1% im Vergleich zu Vorkrisenniveau). Über 70 Prozent der Gesamterlöse des ersten Halbjahres 2022 wurden im zweiten Quartal erwirtschaftet (502 Mio. Euro). Die betrieblichen Aufwendungen sind im selben Zeitraum durch die höhere Produktion und die hohen Treibstoffkosten gestiegen und lagen bei 816 Millionen Euro (1. Halbjahr 2021: 399 Mio. Euro, 1. Halbjahr 2020: 598 Mio. Euro). Somit lag das Adjusted EBIT in der ersten Jahreshälfte 2022 bei -106 Millionen Euro, was einer Verbesserung von 46 Prozent gegenüber 2021 (-198 Mio. Euro) bzw. 55 Prozent gegenüber 2020 (-235 Mio. Euro) entspricht.

Das Comeback der Luftfahrt spiegelt sich vor allem im Anstieg der Passagierzahlen wider. In der ersten Jahreshälfte flogen 4,2 Millionen Passagiere mit Austrian Airlines, das entspricht fast einer Vervierfachung gegenüber 2021 (1,1 Mio.) und einer Verdoppelung gegenüber 2020 (1,9 Mio.). Dementsprechend gestiegen sind auch die angebotenen Sitzkilometer im 1. Halbjahr 2022 (9,2 Mio.) mit einem Plus von 216 Prozent zum Vergleichszeitraum 2021 (1. Halbjahr 2021: 2,9 Mio.) bzw. einer Verdoppelung gegenüber 2020 (4,6 Mio.). Erfreulich war auch eine verbesserte Auslastung der rund 40.000 durchgeführten Flüge, die mit 72,1 Prozent deutlich über jener in den ersten Halbjahren 2021 (53,1%) und 2020 (68,1%) lag.

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